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Fakten und Fragen zum Thema Leder

Können Sie sich noch erinnern, wann Sie zum ersten Mal bewusst mit Leder in Kontakt gekommen sind? Dirk Jahn schon. „Ich war in der 9. Klasse. Bis dahin hatte ich immer solche Plastikschulranzen gehabt. Nun wollte ich so eine Tasche, wie sie auch Erwachsene trugen. Also habe ich meine Mutter so lange bearbeitet, bis sie mir Geld für eine echte Ledertasche gab. Ich musste noch was von meinem Taschengeld dazu tun. Die Tasche habe ich noch immer, heute steht sie im Keller und beherbergt Werkzeug.“

Inzwischen nennt der Chef von Jahn-Lederwaren eine stattliche Taschen-Sammlung sein eigen – darunter auch etliche selbst entworfene Modelle für seine Eigenmarken Jahn-Taschen und Hamosons. Die Begeisterung für das Material Leder ist dieselbe geblieben. „Leder ist ein Naturmaterial mit wunderbaren Eigenschaften“, sagt Dirk Jahn. Die wichtigsten Fakten und die häufigsten Fragen (FAQ) zum Thema Leder haben wir in diesem Blog-Beitrag zusammengefasst.

Lederproduktion in Indien: Lederlager.

Kleine Lederkunde – Fakten, Fakten, Fakten

Was ist Leder?

Leder ist eine Tierhaut, die durch chemische Behandlung (Gerbung) und manuelle Bearbeitung haltbar und nutzbar gemacht wird: Das Leder wird weich, Verwesung und Zerfall werden verhindert. Die natürliche Struktur der tierischen Hautfasern bleibt erhalten.

Woraus besteht Leder?

Leder wird aus einer bestimmten Hautschicht hergestellt, der Lederhaut. Diese besteht aus einer glatten Außenschicht, die beim fertigen Leder auch die Narbenseite genannt wird, und der sogenannten Retikularschicht, die Innenseite der Haut. Je nach Tierart ist die Haut aus mehr oder weniger dicht verflochtenen Kollagenfasern aufgebaut. Je dichter das Geflecht, desto reißfester das Leder.

Warum wird Leder gegerbt?

Wie so viele Erfindungen ist das Gerben von Leder wahrscheinlich zufällig entdeckt worden. Die Häute erbeuteter Tiere haben dem Menschen schon immer als Schutz vor Kälte und Nässe gedient. Ursprünglich wurden die Häute getrocknet und mit Fett eingerieben, um sie haltbar zu machen. Dann entdeckte man, dass Häute, die mit bestimmten Pflanzen längere Zeit im Wasser lagen, durch die aus den Pflanzen gelösten Gerbstoffe noch besser konserviert werden können. Zur Zeit der Industrialisierung wurde die Chromgerbung entwickelt, die heute noch verwendet wird. Leder möglichst umweltschonend zu gerben ist eine Kunst, erklärt Lederexperte Felix Dieckmann im Interview.

Von welchen Tierarten stammt Leder?

Leder wird heute fast ausschließlich von Tieren hergestellt, die zur Fleischproduktion gezüchtet werden. Am häufigsten sind Rindsleder, Lammleder, Büffelleder und Schweinsleder. Selten werden auch Häute von Hirschen, Pferden, Krokodilen und Schlangen, Vogel Strauß, Kängurus und Rochen zur Lederproduktion verwendet. Die Sammelbezeichnung für Leder von Tieren aus der freien Wildbahn ist Wildleder.

Das Leder, das Jahn-Lederwaren zur Herstellung von Ledertaschen und Lederrucksäcken kauft, stammt ausschließlich von Rindern, die wegen ihres Fleisches geschlachtet wurden. Die Häute würden im Müll landen, dienten sie nicht zur Lederproduktion.

Welche Lederarten gibt es?

Ungeachtet der Tierart unterscheidet man folgende gängige Ledertypen:

  • Anilinleder: mit löslichen Farbstoffen transparent eingefärbtes Leder.
  • Blankleder: Rindsleder, das durch die Art der Gerbung besonders steif und fest ist.
  • Glattleder: Lederarten, deren Narbenseite nach außen verarbeitet ist.
  • Nappaleder: Weiches Glattleder. Meist wird der Begriff Nappa als Qualitätsmerkmal benutzt.
  • Nubukleder: Leder, das auf der glatten Narbenseite leicht angeschliffen wurde und so eine samtige Oberfläche erhalten hat.
  • Offenporiges Leder: Unbehandelte Glattleder und alle Raulederarten sind offenporig. Das heißt, Feuchtigkeit kann leichter eindringen.
  • Rauleder: Alle Leder, deren Oberfläche angeschliffen wurde. Dazu gehören Nubuk-Leder und Veloursleder.
  • Veloursleder: Rauleder aus der dem Fleisch zugewandten Seite der Tierhaut.

Ausführliche Beschreibungen dieser Begriffe finden Sie in unserem kleinen Leder-Lexikon.

Lehrertasche aus Blankleder.

Häufige Fragen zum Thema Leder

Müssen für die Lederproduktion Tiere sterben?

95 Prozent der weltweit verarbeiteten Häute stammen laut Wikipedia von Tieren, die für die Lebensmittelproduktion gezüchtet und geschlachtet wurden: von Rindern, Kälbern, Schafen, Ziegen und Schweinen. Die Häute sind ein Nebenprodukt, das sonst ungenutzt im Müll landen würde.

Anders verhält es sich mit Wildleder – also Häute von Tieren aus der freien Wildbahn: Krokodile, Bison, Kängurus, Eidechsen und Schlangen werden für die Lederproduktion gejagt. Jahn-Lederwaren distanziert sich von der Tötung von Wildtieren für die Lederproduktion.

Warum riecht Leder manchmal streng? Was tun?

Vor allem neue Lederprodukte verströmen einen eigenen Duft, der von manchen Menschen als angenehm, von anderen als störend empfunden wird. Steigt die Umgebungstemperatur, kann sich der Ledergeruch noch intensivieren. Ursache für die Geruchsentwicklung ist laut dem Lederportal Leder-Info die Art der Gerbung: Es ist das Zusammenwirken aus Gerbstoffen, Fettungsmitteln, Farbstoffen, Binde- und Konservierungsmitteln, das den Duft von Leder ausmacht.

Für einen unangenehmen Geruch kann die Verwendung von minderwertigen Substanzen im Herstellungsprozess die Ursache sein. Riecht das Leder stark nach Ziegenbock, wie das bei Ware aus Nordafrika mitunter der Fall ist, sind vermutlich ranzige Rückfettungsmittel die Ursache. Hilft Lüften nichts, bleibt in solchen Fällen häufig nur die Reklamation.

Wieso schimmelt Leder?

Auch Schimmel kann die Ursache für einen unangenehmen Geruch sein. Meistens ist eine unsachgemäße Lagerung dafür verantwortlich, dass sich Schimmel bildet: Hohe Luftfeuchtigkeit, hohe Raumtemperatur und schlechte Belüftung begünstigen die Bildung von Schimmelpilzen. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Ledertaschen und Lederrucksäcke an einem trockenen Platz im Stoffbeutel zu lagern, in dem Sie die Tasche zugeschickt bekommen.

Wie erkenne ich Kunstleder?

Kunstleder von Echtleder zu unterscheiden, ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach. Unser Tipp: Achten Sie auf die Schnittkanten. Sind dort mehrere Schichten zu sehen, handelt es sich garantiert um ein Leder-Imitat. Weitere Hinweise und Infos zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Blog-Beitrag „Was Echt-Leder von Kunstleder unterscheidet“.

Welches Leder eignet sich für Taschen?

Je nach Verwendungszweck wählen wir unterschiedliche Lederarten für unsere Taschen: Soll sie besonders viel Gewicht und Strapazen aushalten? Dann ist ein dickes, steifes Blankleder wahrscheinlich die beste Wahl. Wir verwenden es beispielweise für die meisten unserer Lehrertaschen, da diese täglich im Einsatz sind und besonders robust sein müssen, um lange zu überdauern. Dieses Leder kann seine Aufgaben auch gut ohne Innenfutter erfüllen.

Auch sehr langlebig, aber viel weicher und edler in der Haptik, ist das Nappaleder, das wir etwa für unsere Reisetaschen und die meisten unserer Umhängetaschen verwenden. Diese Taschen sind in der Regel gefüttert. Auch Büffelleder eignet sich für Taschen und Rucksäcke, die leicht, flexibel und anschmiegsam sein sollen.

Wohin mit altem Leder? Wie Ledertaschen entsorgen?

Im besten Fall bleibt Ihnen Ihre Ledertasche ein Leben lang erhalten. Richtig gepflegt und gut gelagert kann Ihnen Ihre Ledertasche mehrere Jahrzehnte gute Dienste leisten. Wenn Sie sie unbedingt loswerden wollen, kann sie einfach in der Restmülltonne entsorgt werden. Wollen Sie sie gegen ein anderes Modell aus unserem Onlineshop tauschen oder verschenken? Dann nutzen Sie die Facebook-Seite von Jahn-Lederwaren, um mit uns und anderen Taschen-Fans in Kontakt zu treten. Weiter zu Jahn-Lederwaren auf Facebook.

Pflege einer Tasche aus Rauleder.

Lederpflege

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Die Antworten auf diese Fragen finden Sie in einem gesonderten Blogbeitrag.