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„Lasst die fossilen Energieträger im Boden“

Felix Finkbeiner über seine Aktion „Plant-for-the-Planet“ und seine Teilnahme an der Klimafonferenz in Bonn – Jahn-Lederwaren unterstützt die Klimaschützer mit der Aktion „Eine Tasche, ein Baum“

 Eine Tasche, ein Baum

Plant-for-the-Planet ist eine Klimaschutzbewegung, die vor etwa zehn Jahren von Felix Finkbeiner ins Lebens gerufen wurde. Als Neunjähriger entwickelte der damalige Schüler die Vision, mit einer Aufforstungskampagne Kinder in aller Welt zu mobilisieren und 1.000 Milliarden Bäume zu pflanzen. Jahn-Lederwaren unterstützt die Ziele der Klimaschutz-Organisation mit der Aktion „Eine Tasche, ein Baum“: Für jede verkaufte Tasche der Eigenmarken Hamosons und Jahn-Tasche spendet Dirk Jahn einen Euro – und übernimmt damit die Kosten für eine Baumpflanzung. Seit Mitte 2008 konnten so bislang 14.000 Bäume gepflanzt werden. „Als international tätiges Unternehmen sind wir Teil von globalen Strukturen. Wir wollen etwas Konkretes tun, um uns für die Erhaltung einer lebenswerten Welt einzusetzen. Die Aktion Plant-for-the-Planet bietet da eine gute Möglichkeit“, betont Dirk Jahn.

Für unseren Blog haben wir Felix Finkbeiner interviewt:

Felix, du warst Ende 2017 mit 25.000 anderen Weltverbesserern bei der Klimakonferenz in Bonn. Wie war die Stimmung?

Felix Finkbeiner: Bonn wurde mit angehaltenem Atem erwartet. Nachdem Trump seinen Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet hatte, hatten viele die Sorge, dass weitere Länder aussteigen. Aber das ist nicht passiert. Im Gegenteil: Viele Amerikaner haben sich zum Klimaschutz bekannt.

Schoko-Aktion von Plant-for-the-Planet

Wie warst du/wart ihr dort präsent?

Wir haben Schokolade verteilt. In Paris haben die Staaten versprochen, die Erwärmung auf 2°C zu beschränken. Doch ihre Klimaaktionspläne bringen eine Erwärmung um 3 oder 4°C. Das wäre katastrophal. Wir müssen viel mehr tun, unter anderem auch 1.000 Milliarden Bäume pflanzen. Das stand auf dem Schokoladenwickel. Damit diese Botschaft auch wirklich jeder Delegierte mitbekommt. Jeder, der sich gern eine Tafel Schokolade schenken lässt. Und das sind so gut wie alle.

Wer hat dich beeindruckt?

Al Gore hat mich begeistert und motiviert. Jetzt hoffe ich, dass er unsere Trillion Tree Campaign unterstützen wird, denn wir brauchen prominente Fürsprecher wie ihn, um die Zukunft von uns Kindern und Jugendlichen zu retten.

Verzweiflung, Hoffnung, Zuversicht: Mit welchem Gefühl bist du aus Bonn zurückgekehrt?

Hoffnung. Ja, es ist eine gigantische Aufgabe, die da vor uns liegt. Aber gerade deshalb dürfen wir nicht resignieren, sondern müssen gemeinsam daran arbeiten.

Hat sich der Umgang mit den Klimaschützern verändert, seitdem die Folgen des Klimawandels immer offener zutage treten?

Ich glaube, wir Kinder haben da einen anderen Stand als vielleicht andere Aktivisten. Wir konnten immer schon sagen: Leute, wacht auf, es geht um unsere Zukunft. Aber natürlich wird einem bewusster, was die Klimakrise heißt, wenn man die Wälder in Südeuropa brennen sieht, und erlebt, wie viele Menschen auch wegen Klimafolgen auf der Flucht sind. 

Was sind die Forderungen von Plant-for-the-Planet in puncto Klimaschutz? 

Lasst die fossilen Energieträger im Boden. Wir haben längst CO2-freie Technologien. Pflanzt 1000 Milliarden Bäume, die 25 bis 50 % der CO2-Emissionen binden.

Kinder pflanzen Bäume

Was habt ihr mit eurem Projekt bislang erreicht?

Wir sind schon 63.000 Botschafter für Klimagerechtigkeit in 58 Ländern, halten jedes Jahr Vorträge vor Unternehmern und Politikern – drei von uns sogar schon vor den Vereinten Nationen. Außerdem, haben wir gemeinsam mit Organisationen, Regierungen und Unternehmen weltweit schon mehr als 15 Milliarden Bäume gepflanzt.

Wie kann man Plant-for-the-Planet unterstützen?

Jeder kann für neue Bäume spenden, oder uns mit einer Spende helfen, mehr Botschafter für Klimagerechtigkeit auszubilden. Kinder können selbst Botschafter für Klimagerechtigkeit werden, dazu müssen sie nur eine kostenlose Akademie besuchen!

Und was machst du, wenn du gerade nicht die Welt rettest?

Neben meinem Engagement für Plant-for-the-Planet studiere ich in London internationale Beziehungen. Und ansonsten verbringe ich gern Zeit mit Freunden und Familie, geh Mountainbiken oder, wenn ich in meiner Heimat Oberbayern bin, in die Berge.

Zum Hintergrund:

Die Unterzeichnerstaaten der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (UNFCCC) haben sich Ende 2017 zum 23. Mal getroffen, um über die vereinbarten Klimaschutzpläne zu beraten. Diesmal ging es insbesondere um das Pariser Klimaabkommen, mit dem die Vertragsparteien vereinbart haben, die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu beschränken. Im Moment steuert die Erde aber eher auf eine Erwärmung von drei Grad Celsius zu. Der nächste Klimagipfel wird im Dezember 2018 in Kattowitz (Polen) stattfinden.

Fotos: Plant-for-the-Planet, Porträt Felix Finkbeiner: David Bolley / Plant-for-the-Planet

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